Short Introduction IBBK International Biogas Training Courses www.biogas.training



IBBK News 20 days old

Sommerkurs BIOGAS Intensiv 2016 letzten Freitag erfolgreich mit Modul Anlagensicherheit abgeschlossen

Den Teilnehmern des diesjährigen Sommerkurses 2016 von BIOGAS Intensiv wurde wieder fundiertes Wissen zum sicheren und erfolgreicheren Betrieb von Biogasanlagen angeboten.[mehr]


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IBBK News 21 days old

#PIB4 Call for Papers closed now! Thank you for your contributions.

The final deadline for the call for papers for our international conference "Progress in Biogas IV" reached its expiration date. We are now processing all submitted abstracts and will let everyone know whether we accepted the...[mehr]


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IBBK News 33 days old

Infotag Güllekleinanlagen 22.06.2016 in Witzenhausen fällt aus!

Aufgrund zu geringer Anmeldungen aus dem direkt landwirtschaftlichen Sektor findet die Veranstaltung, welche Teil des EU-Projekts "BioEnergy Farm2" ist, nicht statt. Wir bitten dies zu entschuldigen.[mehr]


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Eignet sich eine Güllekleinanlage für Ihren landwirtschaftlichen Betrieb?

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IBBK und FnBB Biomasse Fachgespräch 2010: Repowering von Biogasanlagen

2. Juni 2010

Möglichkeiten der wirtschaftlichen Optimierung durch Nachrüstung und Erweiterung

Seminarprogramm

Rückblick:

Über 100 Teilnehmer informierten sich beim Biomasse Fachgespräch „Repowering von Biogasanlagen“ am 2. Juni im Hörsaal des Ernst Abbe Zentrums des Campus Beutenberg in Jena. Das IBBK und die FnBB e.V. setzten in Zusammenarbeit mit dem Bioenergieverbund Thüringen e.V. auf das bewährte Konzept, Praxis und Wissenschaft zu verbinden. Wie schon auf den vergangenen Biomasse Fachgesprächen stellten Wissenschaftler neuere Erkenntnisse vor und Praktiker berichteten von ihren Erfahrungen mit dem Btrieb von Biogasanlagen. Parallel dazu präsentierten Vertreter von 17 Firmen ihre Produktpalette einem interessierten Publikum.

Nach einleitenden Grußworten von Michael Köttner und Olaf Luschnig, dem 1. Vorsitzende des Bioenergieverbund Thüringen e.V. stellte Herr Luschnig das Thema der diesjährigen Ausschreibung des Förderpreises Bioenergie vor, den biologischen Prozeß in der Biogasanlage zur Herstellung und Verwendung von Bio-Wasserstoff zu nutzen.

Eine Übersicht über die Biogaslandschaft in Thüringen gab Daniel Illing von der BIOenergieBEratung THüringen. Die großräumige Agrarstruktur in Thüringen spiegelt sich in einem 90%-igen Anteil an Biogasanlagen im Agrarbetrieb wider, die über 60% Gülle verwerten. Der Trend zur Zweitanlage in Thüringen ist allerdings nur mit einem guten Wärmekonzept wirtschaftlich.

Das Kriterium einer ökonomischen Wärmenutzung betonte auch der Referent Toni Baumann als er versuchte den Begriff Satelliten BHKW zu konkretisieren. Neben einem Mindestabstand von 500m zur Mutter-Anlage erfordert die Erwägung eines Satelliten BHKW's einen Standort mit einer „Wärmesenke“, d.h. dort muss ein deutlich höherer Wärmebedarf vorliegen als am Standort der Mutter-Anlage. Weitere Kriterien seien, die Verlegung einer Gasleitung und nicht eines Gasnetzes und der Eigentümer der Satellitanlage muss auch Eigentümer der Mutter-Anlage sein.

Dr. G. Rösing vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte in seinem Vortrag zwei Beispiele aus der Praxis vor, die als Agrargenossenschaften organisiert sind. Die Biogasanlage Sömmerda / Frohndorf wurde bereits erfolgreich erweitert, ohne das Faulraumvolumen zu vergrößern. Eine Neuerung ist das A – A – (aerob-anaerob) Verfahren mit erfolgreicher Desintegration, das die bisherige Hydrolyse ersetzt.

Die folgende Diskussion zeigte, dass bei den Begrifflichkeiten und ihrer Anwendung in der individuellen Praxis noch erheblicher Klärungsbedarf besteht.

Gegen den Begriff Repowering sträubte sich der ein und andere Referent, so bot Martin Paproth als technischer Sachverständiger eine Definition an, die der Komplexität einer verfahrenstechnischen Anlage- wie es eine Biogasanlage ist- seines Erachtens gerechter wird. Seine Definition des Begriffes Repowering schließt – außer der selbstredend effizienzorientierten Standortbetrachtung und technischen Nachrüstung- auch zwingend die Pararmeter Aus-und Fortbildung der Anlagenbetreiber mit ein. Seine Maxime aus vergleichenden Betrachtungen von BGA's und ihren Ergebnissen lautet:Der Sachverstand des Betriebsleiters bestimmt den wirtschaftlichen Erfolg der Anlage.

Untermauert wurde diese Aussage noch durch den Vortrag von Timo Herfter, der nachdrücklich auf die Bedeutung einer guten Datenerfassung hinwies.

Durch eine kontinuierliche Beobachtung und detaillierte Dokumentation der Anlage und ihrer Prozessabläufe lassen sich z.B. Prozessstörungen im Fermenter bereits entdecken während sie sich anbahnen und nicht erst wenn sie offenkundig in Erscheinung treten. Allein durch eine sichere Betriebseinschätzung auf der Basis einer sorgfältigen Datenerfassung lässt sich eine Anlage „repowern“ , d.h. optimieren, ohne zusätzlich kostspielig erweitert zu werden.

„Zuerst die BGA in Ordnung bringen und optimieren bevor erweitert wird“ ist auch das Credo von Toni Baumann. Er mahnte besonders den rechtskonformen, klagefreien Zustand einer BGA an und empfahl allen anwesenden Betreibern sich des kommunalpolitischen Wohlwollens zu versichern. Ein nicht selten anzutreffender Missstand sei, dass Betreiber bereits mit einer Erweiterung in der ein oder anderen Form liebäugeln, für ihre bestehende Anlage aber weder eine Abnahme durch den TÜV, noch eine nach §14 der BetrSichV vorweisen können.

Die Effizienssteigerung durch eine vorgeschaltete Hydrolyse wurde auch von Dr. Herbert Markert aufgegriffen. Mit dem Aerob-Prinzip bei niedrigen Temperaturen, Belüftung, einer kurzen Verweildauer von 1,5 Tagen und einem pH-Wert kleiner 6,2 erreicht er einen besseren Aufschluss von faserreichen Substraten, mehr Biogas und flüssigeren Gärrest. Allerdings weist er darauf hin , dass er die Hydrolyse nicht kategorisch empfehlen würde, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen. Bei einem überlasteten Fermenter, dem Einsatz faserreicher Substrate oder dem Bestreben die Rührfähigkeit zu verbessern ist die vorgeschaltete Hydrolyse eine erwägenswerte Option.

Die umfangreiche BHKW-Abwärmenutzung am Standort und Erkundung neuer Wärmeabnehmer stellte er ebenfalls in den Focus seiner Ausführungen.

Einen wenig beachteten Aspekt bei der Diskussion des Themas Repowering brachte Dr. Karl Schmid ins Gespräch. Mit der Abwärme des BHKW einer Biogasanlage kann der Gärrest ganzjährig erheblich reduziert werden. Mit der Eigenerzeugung von deponierbaren Düngerpellets und deren Vermarktung wird eine zusätzliche dem KWK- Bonus analoge Wertschöpfung ermöglicht. Darüber hinaus erreicht der Betreiber ein hohes Einsparpotential bei Düngekosten und trägt zu einer klimafreundlichen CO2- Reduzierung bei.

Die von den Vorrednern hervorgehobenen Aspekte der umfangreichen Datenerfassung und Visualisierung, die eine ständige Einflussnahme auf den biologischen Prozess ermöglichen, der qualitativ hochwertigen technischen Ausrüstung, die das Risiko kostenintensiv nachrüsten zu müssen vermindert, sowie der geistigen Durchdringung von Auflagen und gesetzlichen Vorgaben, die für den wirtschaftlich effizienten Anlagenbetrieb unabdingbar sind, sind auch für den Anlagenbetreiber Erhard Ölsner, der seine Anlage auch mit einem so schwierigen Substrat wie Hühnerkot stabil und gewinnbringend fährt, wesentliche Kriterien seines Erfolges.

Mit einem abschliessenden Dankeswort von Michael Köttner an alle beteiligten Redner für ihre geschätzten Beiträge und an den Mitveranstalter Herrn Luschnig als regionaler Kooperationspartner und Vermittler der Tagungsstätte wurde das Fachgespräch am frühen Abend beendet.



Veranstalter:
IBBK Fachgruppe Biogas GmbH
Achim Kaiser
Telefon: 07954 926203
info(at)biogas-intensiv.de
www.biogas-fachgespraech.de

 

Veranstaltungsort:
Abbe-Zentrum Beutenberg, 
Beutenberg-Campus Jena e.V., Hans-Knöll-Straße 1, 07745 Jena
Anfahrtsbeschreibungen